SENTENCED - "... Kunst sollte immer dafür da sein, sich mitzuteilen."

The Voice of SENTENCED - Ville Laihiala, Namesvetter und Landsmann eines Sängers einer völlig unbekannten Band aus Finnland mit 3 Buchstaben ...) im Gespräch mit Alex:

GW: Nächsten Monat erscheint Euer neues Album "The Cold White Light". Was erwartet uns mit dem neuen Album?

Ville L.: Vor allem 11 Songs die so unterschiedlich sind wie nie zuvor auf einem Album. Lyrisch, wie musikalisch. Ich denke man kann sie alle als "in sich wachsend" bezeichnen, denn sie sind diesmal tiefergehend und klingen nach nur SENTENCED und niemandem sonst, trotz der großen Abwechslung. Gleichzeitig hörst Du eine Band die definitiv Ihre Seele wieder gefunden hat und so klingt das Album auch. Wir haben eine lange Pause hinter uns, denn nach der letzten Tour waren völlig fertig und absolut ausgebrannt. Nach 7 Monaten Pause wussten wir, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist neu anzufangen. Es war aber keine Trennung oder sowas. Momentan sind wir ausgeruht, enthusiastisch und bereit für die Tour...

GW: Wart Ihr wieder im berühmten Finnvox Studio?

Ville L.: Nur für die Drums und den Mix. Aufgenommen haben wir in unserer Heimatstadt Oulu, im NEO- Studio. Verdammt kleines Studio, aber dadurch hatten wir eine klasse Atmosphere. Und das wichtigste, wir konnten abends nach hause gehen...

GW: Was hat es mit dem Albumtitel auf sich?

Ville L.: Wie ich schon sagte, sind die Songs sehr unterschiedlich und daher gibt es kein klares Konzept auf dem Album. Man kann die Titel im "Cold White Light" sehen... Pessimismus, Alkoholismus, Langeweile usw.... In einigen Songs findest Du diese Themen. Nur diesesmal mit einem winzigen Schuss positiver Gedanken. Yes, es gibt ein Licht am Ende des Tunnels, es ist nur so gottverdammt weit weg... Für einige repräsentiert das "Cold White Light" den Tod, ein Zug der auf dich zu rast, liebe, all so was halt. Für mich bedeutet der Albumtitel immer etwas anderes. Kommt auf die jeweilige Stimmung an.

GW: Erwarten uns wieder Songs über Depressionen und Selbstmord?

Ville L.: Ja und Nein. Natürlich schwebt der Tod immer noch über uns, nur ist es mehr eine Metapher. Nimm einfach das Booklet und lese die Texte, vor allem zwischen den Zeilen...

GW: Was bedeuten Euch solche Texte? Wollt ihr jemanden erreichen, oder ist es einfach eine Art sich selbst mitzuteilen?

Ville L.: Wir machen Musik nur aus persönlichen Gründen, für niemanden sonst. So war es schon immer. Kunst sollte immer dafür da sein, sich mitzuteilen. Erschaffst Du etwas nur für eine bestimmte Gruppe oder Person, nur um sie zufrieden zu stellen, verliert alles seine Tiefe und Persönlichkeit. Wir machen keine Musik und hoffen alle zu erreichen, natürlich wärmt es das Herz wenn Menschen einen Draht zu dem finden was man tut, aber es ist unwichtig wenn wir unsere Songs schreiben. Und es ist einfach die Depression, die uns hilft uns selbst mitzuteilen.

GW: Wird es ein Video zum Album geben? Killing me, Killing you war ja ein fantastischer Song, leider fand das Video kaum Beachtung bei MTV und VIVA…

Ville L.: Nein momentan sieht es nicht so aus. Aber das stört mich auch nicht… ich hasse es Videos zu drehen!!

GW: In Deutschland seit Ihr seit Jahren fester Bestandteil der Szene und sehr erfolgreich. Wie sieht es in Finnland, eurer Heimat, aus?

Ville L.: Oh ja, das letzte Album schoss sofort auf Platz 1 der Charts… allerdings waren wir jetzt 2 Jahre untergetaucht…wir werden sehen…

GW: Letzte Frage, kommt Ihr auf Tour nach Deutschland?

Ville L.: Auf jeden Fall! Es wird unsere erste Headliner Tour. 5 Wochen durch ganz Europe mit Lacuna Coil als Support. Wir freuen uns tierisch darauf. Im Oktober dürfte es so weit sein. Erst müssen wir eine Menge Festivals in Finnland und Deutschland spielen, dann geht es in die clubs!

Alexander Treder für die GOTHICWORLD


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